Hermann Neuburger

Fleisch ist mir nicht wurscht, deshalb habe ich eine hochwertige Alternative zu Fleisch auf Pilzbasis entwickelt.

Wenn ich Fleisch einkaufe und verarbeite, schaue ich zuallererst, wo das Fleisch herkommt und wie die Tiere gehalten werden. Die Mindestanforderung ist Bio-Fleisch, noch besser vom Landwirt des Vertrauens, den man persönlich kennt. Weiters ist mir wichtig, alles zu verwenden und schließlich nichts wegzuwerfen.

by Hermann Neuburger

WWF: Vielen Dank für Dein Engagement und Deine Unterstützung der Initiative. Bitte erzähl, warum ist Dir Fleisch nicht wurscht?

Hermann Neuburger: Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich, wie er lebt und was er isst. Aber als Fleischwarenhersteller fühle ich mich tausendfach verantwortlich, verführe ich doch die Menschen sogar zum Fleischkonsum. Deshalb habe ich mich vor 10 Jahren entschlossen, weiterhin hochwertige Nahrungsmittel aus einem anderen Rohstoff als Fleisch herzustellen. Mit den vegetarischen Produkten, die wir aus Kräuterseitlingen herstellen, wollen wir jetzt möglichst viele Fleischesser verführen, die eine oder andere Fleischmahlzeit auszulassen.

 

WWF: Wie viel Fleisch gibt es in Deiner Familie im Durchschnitt?

Hermann Neuburger: Im Laufe des Forschungsprojektes, das 5 Jahre gedauert hat, reduzierten wir unseren Fleischkonsum auf 2-3 Mal die Woche. Das war gar keine bewusste Entscheidung, das ist einfach passiert.

 

WWF: Woher kommt Dein Zugang zum Thema weniger und besseres Fleisch?

Hermann Neuburger: Für mich waren die Zustände in der Massentierhaltung, Transport und Schlachtung durch den enormen Preisdruck auf Fleisch der Hauptfaktor für mein Engagement im Bereich Fleischalternativen.

WWF: Gab es ein besonderes Erlebnis, das Dich für das Thema sensibilisiert hat?

Hermann Neuburger: Das ist bei mir langsam gewachsen und beschäftigt mich schon seit über 20 Jahren.

 

WWF: Worauf achtest Du persönlich beim Einkauf und Verarbeiten von Fleisch?

Hermann Neuburger: Zuallererst schaue ich, wo das Fleisch herkommt und wie die Tiere gehalten werden. Die Mindestanforderung ist Bio-Fleisch, noch besser vom Landwirt des Vertrauens, den man persönlich kennt. Weiters ist mir wichtig, alles zu verwenden und schließlich nichts wegzuwerfen.

 

WWF: Was hat Dich zum Engagement im Rahmen der Initiative „Fleisch ist uns nicht wurscht“ bewegt?

Hermann Neuburger: Jede Initiative in diese Richtung ist wichtig und lobenswert. Es ist, besonders in Österreich, noch ein langer Weg, die Menschen soweit zu sensibilisieren, dass sie beginnen ihren Fleischkonsum zu reduzieren und bereit sind, für besseres Fleisch mehr zu bezahlen.

Kurzportrait Hermann Neuburger

Hermann Neuburger (* 23.5.1952 in Ulrichsberg) übernahm 1986 die Fleischerei in Ulrichsberg von seinem Vater und konzentrierte sich bald nur noch auf ein Produkt – und das mit großem Erfolg: den Neuburger. Seit 1995 ist der Neuburger – Sagen Sie niemals Leberkäse zu ihm! in ganz Österreich und seit 2008 auch in Deutschland erhältlich. Hermann Neuburger ruhte sich jedoch nicht auf seinem Erfolg aus. Viele Jahre an Forschungs- und Entwicklungsarbeit stecken hinter der neuen vegetarischen Linie, die er gemeinsam mit seinem Sohn Thomas Neuburger 2016 auf den Markt gebracht hat.

Hermann ist die Antwort für Fleischliebhaber, die nicht immer Fleisch essen wollen: Die Produkte werden auf Basis des Kräuterseitlings hergestellt und kommen ganz ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker aus. Hermann Neuburger liegt die ständige Weiterentwicklung seiner vegetarischen Produktlinie am Herzen, aktuell wird mit Hochdruck auf den Verzicht von Plastik in der Verpackung gearbeitet. Das einzigartige Verfahren zur Verarbeitung des Kräuterseitlings wurde 2019 mit einem europaweiten Patent gesichert. Hermann und sein Sohn Thomas Neuburger setzen auf einen achtsamen Umgang mit Ressourcen und unserer Umwelt und liefern laufend Denkanstöße, um das eigene (Ess-) Verhalten und dessen Auswirkung auf das Klima zu hinterfragen.