Robert Palfrader

…weil ich richtig gern Fleisch esse. Und genau deshalb muss ich wissen wo es herkommt – und da geht Billigfleisch gar nicht!

Ich liebe Fleisch. Weil ich richtig gern Fleisch esse. Und genau deshalb ist es mir nicht wurscht, Es muss Qualität haben. Da ist wichtig, wo es herkommt und wie es hergestellt wurde. Nicht viel Fleisch essen sondern wenn Fleisch, dann gutes Fleisch.

by Robert Palfrader

WWF: Wie ist dein Zugang zum Thema weniger und besseres Fleisch? 

Robert Palfrader: Genau da liegt der Ansatz. Weniger und besser. Ich ess lieber fünf Tage vegetarisch und dafür zweimal die Woche ein gutes Stück Fleisch. Denn wenn ich schon Fleisch esse oder zubereite, dann soll es auch ein gutes Stück sein. Qualitativ, gesundheitlich und somit auch sinnvoll und nachhaltig für die Umwelt. Und das betrifft ja genauso das Tierwohl – Biofleisch aus nachhaltiger Produktion reduziert das Leid der Viecher ja massiv.

 

WWF: Worauf achtest Du beim Einkauf und Verarbeiten von Fleisch?

Robert Palfrader: Vor Allem achte ich auf die Herkunft. Es ist ja total absurd, wenn die Viecher quer durch Europa geschickt werden und leiden müssen. Da wird ein Rind aus einem Land für die Schlachtung durch halb Europa geschickt, um dann in Österreich zerlegt und verarbeitet zu werden und am Ende heißt es dann vielleicht noch, das sei Rindfleisch aus Österreich. Ich hab da meinen Fleischhauer, der weiß genau wo das Tier herkommt – aus seiner Nähe nämlich – und der verarbeitet das selber. Ich vertraue ihm, weil er sich genau Gedanken macht, was er da tut.

 

WWF: Gab es ein besonderes Erlebnis, das dich für das Thema sensibilisiert hat?

Robert Palfrader: Ohja. Bei einem Dreh in Deutschland gab es für die Mitarbeiter ein Mittagsbuffet. Was in Deutschland zum Essen hergerichtet wird ist nicht vergleichbar mit dem, was wir in Österreich bekommen. Hier würde man das maximal als Nahrung beschreiben. Jedenfalls stand da eine Wurstplatte bereit. Zufälligerweise habe ich das Preispickerl für diese riesige Platte gesehen – ein Euro und zehn Cent. Und das stand in keiner Relation. Da hab ich mir gedacht, das kann nicht funktionieren. Extrem billig für einen riesigen Berg an Fleisch. Das kann ja nur Scheiße sein, was da drauf liegt habe ich mir gedacht. Das und meine zwei Kinder haben mich stutzig werden lassen und ich hab mir gesagt, reiß Dich zsamm. In der Folge habe ich umgestellt, massiv.  Es geht nicht darum komplett zu verzichten, aber wenn, dann drauf schauen, wo es herkommt und ein gutes Stück ist.

WWF: Wie geht es Dir bei dem Thema in der Diskussion mit deinen Mitmenschen/Freunden/Familienmitgliedern?

Robert Palfrader: Eigentlich ein ziemlich breiter Konsens, die sehen das wie ich.

 

WWF: Ist Dir bewusst, dass Fleischkonsum Auswirkungen auf die Gesundheit hat?

Robert Palfrader: Ja, aber ich ess schon gern Fleisch. Aber die Dosis macht das Gift!

 

WWF: Ist Dir bewusst, dass es einen Zusammenhang zwischen der Fleischerstellung und der Umwelt gibt?

Robert Palfrader: Ja, das ist schon ein Thema. Ich hab kein gutes Gewissen, wenn ich Fleisch esse, ziehe das aber über die Menge durch.

 

WWF: Hast Du im Laufe Deines Lebens mal mehr mal weniger Fleisch gegessen und falls ja, warum?

Robert Palfrader: Ja. Hab eine Zeit lang versucht, vegetarisch zu leben. Das hat zwei drei Monate funktioniert, dann ist die Lust sehr groß geworden. Früher hab ich sehr viel Fleisch gegessen, ich hab aber dann gesundheitliche Auswirkungen bemerkt bzw. gesehen. Dann kam die vegetarische Phase, die dann, so wie jetzt, in einem gesunden Maß an Fleisch gemündet ist. Weniger ist mehr.

 

WWF: Was hat Dich zum Engagement im Rahmen der Initiative „Fleisch ist uns nicht wurscht“ bewegt?

Robert Palfrader: Weil es mir ein Anliegen ist, Massentierhaltung, vollgestopft mit Medikamenten – das kann nicht gut sein.

Kurzportrait Robert Palfrader

Robert Heinrich Palfrader (* 11. November 1968 in Wien) ist ein österreichischer Komödiant, Schauspieler und Autor. Palfrader war als Moderator bei Wien 1 und als Autor, Gestalter und Darsteller der Sendung Die kranken Schwestern des ORF tätig. Außerdem arbeitete er als Redakteur der ORF-Sendung Champion. An der Seite von Dodo Roscic führte er zusätzlich am 6. Mai 2004 durch die Top Spot Gala. Gemeinsam mit Marion Mitterhammer, Oliver Baier und anderen stand er von Jänner bis April 2007 im Wiener Rabenhof Theater im Stück Galanacht von und mit Werner Schneyder auf der Bühne.

Danach ist er unter anderem in den Comedysendungen echt fett, Undercover und Die liebe Familie NG aufgetreten. 2007 startete seine Comedy-Talkshow Wir sind Kaiser, für die er 2008 und 2010 eine Goldene Romy erhielt. 2010 spielte er im Fernsehfilm Tante Herthas Rindsrouladen erstmals eine Hauptrolle und am Volkstheater die Titelrolle in Liliom von Ferenc Molnár. In der 2012 erschienenen Serie Braunschlag von David Schalko spielt er den Bürgermeister Gerhard Tschach einer kleinen, hochverschuldeten Gemeinde. Für diese Rolle wurde Palfrader als bester Hauptdarsteller am US-amerikanischen Filmfestival Indie Fest ausgezeichnet. 2011 bis 2017 war Robert Palfrader mit Florian Scheuba und Thomas Maurer einer der drei Staatskünstler in der Serie Wir Staatskünstler. Im Jänner 2018 präsentierte er sein erstes Solokabarett mit dem Titel Allein im Wiener Rabenhof Theater.[1]